Der täglich neueWunschdienstplan
Die Diskussionen über den Wunschdienstplan sind alt. Aber es ist einleuchtend, dass die Summe aller Wünsche der Chauffeure keinen regelmässigen Liniendienst ergibt. In der Realität sind deshalb statt Wunschdienstpläne systematische Dienstpläne üblich, die auf individuelle Wünsche nur wenig Rücksicht nehmen können.
Eine Unmenge von Verschiebungs- und Dispensationsgesuchen sind die Folge. Zuerst gleich bei Erscheinen der Dienstpläne und dann täglich mit den kurzfristigen Wünschen und Bedürfnissen der Fahrer.
Das beschäftigt den Disponenten, führt zu Kosten in der Busunternehmung und hilft den Fahrern nur wenig. Ein Dienstabtausch nach individuellen Präferenzen, der zu allseitiger Steigerung der Zufriedenheit führt ist fast nur im engeren Kollegenkreis möglich. Bei kleineren Unternehmen hat vielleicht der Disponent noch den absoluten Überblick, aber darauf kann man sich nicht verlassen. So bleibt die Unzufriedenheit mit den Dienstplänen.
Optimal wäre ein Dienstplan, der die individuellen Präferenzen berücksichtigt. Ein Abweichen vom starren Dienstplan führt dann zu einer Win-Win Situation, wenn Fahrer ihren jeweils persönlich ungeliebten Dienst abtauschen oder abgeben können. Und wenn Sie dazu bevorzugte Dienste bekommen. So haben bei einem Tausch beide Partner einen individuell besser passenden Dienst als vorher.
Ein solches System ist realisiert mit der swissaxis® BeDips Jobbörse (Dienstbörse). Sie ist Bestandteil einer umfassenden Webapplikation für Betrieb und Disposition von öffentlichen Verkehrsunternehmen.
Ein kontrollierter Handel mit Diensten führt nach allen bisherigen Erfahrungen zu erhöhter Zufriedenheit der Fahrer, zu Minderaufwand der Disposition, zur Minderung des Konfliktpotentials zwischen Fahrern und Disposition und zu einer regelmässigeren Gesamtauslastung, also niedrigeren Gesamtkosten für das Unternehmen.
Beim theoretischen Wunschdienstplan fängt alles mit dem perfekten Plan an. Allerdings nur für den einzelnen Fahrer. Dass das nicht aufgeht, ist vorherzusehen. Und von da an gibt es nur noch Enttäuschungen, Frustrationen und Konflikte. Sowohl bei den Chauffeuren als auch bei der Disposition. Das Einzige was für den Fahrer von der Disposition noch kommt, ist eine Verschlechterung des Wunschdienstplans. Und jeder Kompromiss seitens der Unternehmung führt zu einer schlechteren Gesamtauslastung und zu überhöhten Fahrkapazitäten.
Anders bei der swissaxis® BeDips Jobbörse (Dienstbörse). Dort fängt alles an mit einem vorerst starr geregelten Dienstplan, systematisch nach Turnus, ohne Ansehen der Person. Aber nach Erscheinen des Dienstplans gibt es kein Gerenne in die Disposition mit Änderungswünschen und Dispensationen.
Mit der Jobbörse auf dem Internet stellt jeder nach seinen Wünschen einzelne Dienste (Jobs), die er abgeben will, in den Börsenpool. Dort können andere wiederum im Rahmen der automatisch geprüften Arbeitszeitregelungen Jobs annehmen, abtauschen oder noch weitere dazustellen. Der Disponent hat zwar das letzte Wort um allfälligen Missbräuchen vorzubeugen. Im Normalfall bestätigt er aber den Jobtausch per Knopfdruck. Das geht natürlich auch mit kurzfristigen Änderungswünschen.
Jeder Chauffeur erhält beim Anmelden ans System die Information, dass neue Jobs in der Jobbörse sind. Und erfahrungsgemäss schaut er sofort darauf um einen allfälligen beliebten Dienst zu bekommen. Jedenfalls sind die Jobs meist sehr schnell weg. Und der Fahrer kann mit seiner Tochter zum Zahnarzt, mit der Frau ins Möbelgeschäft oder ganz allein mit dem Motorrad auf den Klausen. Die Abrechnung unter den Fahrern ist damit auch schon elektronisch gemacht.
Warum sich die Chauffeure immer gleich anmelden? Die Anmeldung ist gleichzeitig die Dienstantrittskontrolle. Ausserdem erfährt der Fahrer wo sein Fahrzeug steht und vergewissert sich, dass er den richtigen Dienst im Kopf hat. Dabei sieht er alles Aktuelle am elektronischen Anschlagbrett, über seinen Kurs, über Allgemeines und eben über die Jobbörse.
Mit der Jobbörse gibt es keine Frustrationen, sondern nur Erfolgserlebnisse. Man bekommt seine ungewünschten Dienste weg und kann Angenehmere annehmen. Man kann Mehrstunden leisten im Rahmen des Arbeitsgesetzes und sich einen Zusatzverdienst holen. Und der Gegenpart in der Jobbörse sieht sich immer auch als Gewinner. Eine wirkliche Steigerung an Zufriedenheit auf allen Seiten zu Lasten von Niemandem.
Es ist ein Gesamtgewinn an Effizienz und Wohlbefinden durch optimale Allokation der Ressourcen. Und das alles machen die Fahrer selber, ohne Zusatzaufwand.
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Dr. Theo Altorfer ist Oekonom und Geschäftsführer von swissaxis AG. swissaxis ist Hersteller von Informatik-Produkten zur Optimierung von spezialisierten Geschäftsprozessen.